Projekt: Populationsentwicklung des Fischadlers Pandion haliaetus in NW-Sachsen.
Ausgangspunkt des Projektes waren die in den 1980-er Jahren verstärkt aufgetretenen Ausbreitungstendenzen dieser Art im Osten Deutschlands von Nord (Mecklenburg, Brandenburg) nach Südost bis in die Niederlausitz. Brutversuche im Südwesten Brandenburgs deuteten auf eine weitere südwestliche Verlagerung hin.
1987 gelang die Feststellung eines Ansiedlungsversuches bei Torgau (Kirmse, W.), auf dem Gebiet NW-Sachsens. Errichtungen von Horstkorbangeboten auf Freileitungsgittermasten erfolgten. Ab 1996 konnten an zwei verschiedenen Standorten Revierpaare beobachtet werden. Im selben Jahr (Aug./Sept.) begann ein Paar mit Nestbau (Selter, D.), welches im folgenden Jahr 1997 den Bau des Naturhorstes auf dem unbedrahteten Gittermast fortsetzte, darin brütete und mit der ersten nachgewiesenen, erfolgreichen Brut in NW-Sachsen die Ansiedlung abschloß.
Von 1997-2010 fanden 107 Bruten statt, dav. 97 erfolgreiche Bruten, aus denen 226 Jungvögel ausflogen. Zurzeit bestehen in der Region Leipzig 20 Horstunterlagen auf denen bereits Bruten stattfanden sowie weitere Reserveanlagen und ein Baumhorst. In den Jahren 1998-2008 wurden 172 Jungvögel beringt und zusätzlich mit Farbkennringen markiert.
Bei Feststellung und Beobachtung sowie Ablesung von Farbkennringen wird um Mitteilung gebeten. Sämtliche Brutstätten sind auch nach dem neuen rechtsbereinigten SächsNatSchG vom 01.01.2011 geschützt.
Jahresberichte werden dem LfULG, der Vogelschutzwarte Neschwitz, den unteren Naturschutzbehörden Nordsachsen und Leipziger Land sowie dem Fischadler-Koordinator für Deutschland übergeben. Die Mitteilung abgelesener Ringdaten erfolgt an die Beringungszentrale Hiddensee.
Bestands- und populationsökologische Daten fließen in das Monitoring von Greifvogel- und Eulenarten ein.
Roland Ehring
kontakt[at]ov-leipzig.info

